Ton und Eisen


Dan 2, 31-46:

Du, o König, schautest: Und siehe, ein großes Bild! Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Aussehen war furchtbar.

 

Dieses Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton.

 

Du schautest, bis ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. 

 

Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.   Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen:

                                                            * * * * *

Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat - und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold.

 

Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern.

 

Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast.

Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein.

Dass du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen lässt.

 

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden;

es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen:   wie du gesehen hast, daß von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte.

 

Ein großer Gott läßt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend.

Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und warf sich vor Daniel nieder. Und er befahl, ihm Opfer und Räucherwerk darzubringen.

 

                                                                 * * * * *

 

Der Traum und seine Auslegung beziehen sich ja auf die Herrschaft der Engel, die die Völker und ihre Könige leiten.

 

Erinnern wir uns:  Beim Turmbau zu Babel gab es eine Menschheit, die von einem Geist geleitet wurde, von Satan.

"Weil den Menschen so alles möglich wäre", verteilte Gott die Befugnisse Satans auf seine untergebenen Engel, die auch die kulturelle Identität der so entstandenen Völker prägten.

Die Bibel spricht hier von "Sprachverwirrung".

Der Psalm 82 charakterisiert die Herrschaft dieser Engel als "ungerecht".

 

Daran erkennen wir, dass die Engel nicht die ganze Macht Satans erhalten haben, denn ihnen fehlt die Bösartigkeit Satans.  Satan ist  nicht nur ungerecht.  Er ist auch bösartig.

Dieser Anteil seines Charakters ist dem "falschen Propheten" übertragen worden. 

In Off 13 heißt er "Tier aus der Erde".

 

Später - zur Zeit Abrahams - entstehen auch Völker begründet durch "Erzväter".

( z.B. Jakob, Esau, Ismael, usw.)

Nicht nur Engel Satans erhalten Völker, auch Gott erwirbt sich ein Volk.

 

Zur Zeit Nebukadnezars erfährt die Herrschaft der Engel eine Modifikation: 

Bis dahin vermittelten die Engel die kulturelle Identität des Volkes.  Von nun an sollten sie auch andere Kulturen in ihrem Herrschaftsbereich dulden.

 

Der Hintergrund ist folgender:  Das abtrünnige Israel wird ja unter die Völker zerstreut.  Damit sie aber ihre kulturelle Identität bewahren können, müssen sie als "Gäste" toleriert werden. 

Das ist das Thema des Buches "Esther". 

Dieses Thema gilt auch für die Gläubigen aus den Nationen, den Christen.  Auch sie sind Bürger Israels ( Psalm 87 ), auch sie sollen ihre neue Identität in ihren  Nationen bewahren dürfen.

 

Das wäre auch auf friedliche Weise möglich, wenn nicht der falsche Prophet, der von den Engeln Satans toleriert wird, seinen Einfluss geltend machen würde. Durch ihn wurde Hitler stark, er initiiert die Terroristen im Islam, er initiiert auch die Terroristen bei den Hindus.

 

                                                                * * * * *

 

Ton und Eisen.

 

Die Christen in den Nationen.  Durch Konstantin ist das Christentum zur Staatsreligion erhoben worden. 

 

Christen lassen sich leiten vom Geist Gottes.  Der Staat aber, die Staatsorgane, lassen sich leiten von ihrem Engel.

Wenn nun das Staatoberhaupt Christ sein will - wie geht das?

 

Die Kirchenhistoriker konnten bei Konstantin nicht erkennen, dass er wirklich Christ gewesen wäre.  Am Ende seines Lebens ließ er sich aber taufen.

 

Ton und Eisen gehen keine Verbindung miteinander ein. 

"Gott ist der Töpfer, wir sind der Ton",  lesen wir in der Bibel.  "Eisen" ist das Charakteristikum des Engels Roms.

 

Wir können uns nicht vom Geist Gottes und vom Geist Roms gleichzeitig leiten lassen.

 

Wenden wir uns Karl dem Großen zu.  Sein Umgang mit den Sachsen ist alles ander als "christlich". 

Dass die Sachsen unter Widukind tatsächlich Christen geworden sind, liegt bestimmt nicht an Karl dem Großen.

 

Wie sollen sich Christen dem Staat gegenüber verhalten? 

Jesus gibt in einer vergleichbaren Situation folgende Antwort:  "Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."

 

Es ist auch so:  Christen respektieren die Gesetze ihres Staates, was auch normalerweise möglich ist.  Erst wenn sie ihren Gott verleugnen sollen, verweigern sie den Gehorsam.

 

 

Friedrich der Große ließ sich von einem Motto leiten:  "Ich bin der erste Diener des Staates".

Liegt darin eine Lösung des Problems?  Vielleicht "ja".  Friedrich der Große ließ sich in seinen Kriegen aber nicht vom Geist Gottes leiten.

   

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Es wurden in der Geschichte der Christenheit einige Versuche unternommen, Ton und Eisen miteinander zu verschmelzen:

 

Die Tiara, die Krone der Päpste, ist Ausdruck eines solchen Versuches.

 

"Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation" ist ein weiterer Versuch.

 

"Herrscher aus Gottes Gnaden".  Dieser Titel ist korrekt:  Gott setzt die Herrschaft ein.

 

Nun mag es tatsächlich diese Diener des Staates gegeben haben, die sich vom Geist Gottes haben leiten lassen.

Und die nur im Gehorsam Christi ihre Staatsgeschäfte erledigten.

 

Es gibt da ein Vorbild im Alten Testament:  2.Kön 5,17-19

Der General Naaman aus Aram.

 

      Da sagte Naaman zu Elisa: .... dein Knecht wird nicht mehr anderen Göttern Brandopfer und Schlachtopfer zubereiten, sondern nur noch dem HERRN.

 

      In dieser einen Sache wolle der HERR deinem Knecht jedoch vergeben: Wenn mein Herr in das Haus Rimmons geht, um sich dort niederzubeugen, dann stützt er sich auf meinen Arm, und auch ich beuge mich nieder im Haus Rimmons.

      Wenn ich mich nun dabei niederbeuge im Haus Rimmons, dann möge doch der HERR deinem Knecht in dieser Sache vergeben!

 

      Und er (Elisa) sagte zu ihm: Gehe hin in Frieden!

 

Tatsächlich:  Elisa bestätigt das: Im Gehorsam des Dienstes darf Naaman sogar im Tempel des Engels Rimmon niederknieen.  Und das gilt für ihn nicht als Ausdruck der Verehrung der Gottheit.